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Die Schlange

Die Maus ganz frech zur Schlange spricht,
wer bist denn du, dich kenn ich nicht.

Bist du ne Missgeburt du Arme?
So ohne Arme?

Die Schlang erst lautlos züngelt
und die Maus ganz sacht umzingelt.

Dann hebt sie an:
Wohlan,

du freche Maus
so weit weg von Deinem Haus?

Dann gib acht, weil ich Dich jetzt warne.
Wenn ich Dich umgarne

und umarme ohne Arme,
wirst Du zur leckren Mahlzeit mir, Du Arme.

Die Maus ganz unbekümmert und beharrt
ungeniert nach Körnchen scharrt.

Was jetzt wohl kommt, so man es ahne.

Die Schlang die Maus wohl gleich umgarne
und umarme, ohne Arme,

sie um’s zarte Leben bringe
und sogleich als Mahl verschlinge.

Dann ganz schnell, noch ehe man’s begriffen.
ist die Schlang schon aus dem Bild gerissen.

Ein Adler hat sie sich gegriffen.
Ich denk die Maus wird sie nicht missen.

Mit welchem Sinn uns dieser Reim beschenkt?
Manchmal kommt’s zweitens anders als man erstens denkt.

(C) Alfred Stehbeck

 


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